Kraxen oder auch Rückentragen sind äußerst beliebt. Vor allem für den Wanderurlaub wird sie gerne genutzt. Auch minino hat Kraxen vermietet (mit großer Beliebtheit)

Wieso nun also nicht mehr?

Eine Kraxe wirkt erstmal echt praktisch – stabil, mit Stauraum, optional mit Fußstütze und Sonnendach. Schauen wir aber mal genauer hin.

Als Trageberaterin predige ich bei meinen Beratungen immer folgende Kriterien für eine gute Tragehilfe:

  • Der Steg sollte stufenlos verstellbar sein und eine gute Anhock-Spreiz-Haltung ermöglichen (Steg von Kniekehle zu Kniekehle)
  • Das Rückenteil muss sich der anatomischen Form des Kinds-Rückens optimal anpassen und dennoch ausreichend Stützung geben
  • Das Rückenteil reicht bis höchstens Oberkante Ohren und bietet genügend Halt für den Nacken
  • für den Träger muss es sich angenehm und ergonomisch anfühlen

Was bedeutet das nun für die Kraxe?

Die Kriterien treffen leider in keinem Punkt auf eine Kraxe zu. Der Steg ist eigentlich nur ein schmaler Sitz. Somit hängen die Beine nach unten. Das bedeutet eine hohe Belastung für die unreife Hüfte (die menschliche Hüfte reift bis zum 3. Lebensjahr heran) und ehrlich – auch für uns Erwachsene wäre so eine Sitzhaltung unangenehm (wie auf einem Barhocker, ohne dass die Beine aufgestellt werden können). Das Rückenteil ist ein starres Gebilde, dass sich natürlich null anpassen kann. Ein rundlicher Rücken, wie es Säuglinge und auch teilweise noch junge Kleinkinder haben, werden nicht gut unterstützt. Sie bietet keinen Halt, das Kind wird ehr herumgeschleudert, trotz Sicherheitsgurt. Das ist leider keine gute Unterstützung für die wachsende Muskulatur kleiner Kinder. Außerdem ist sie auf Dauer sehr belastend für den Rücken des Trägers. Sie lässt keine andere Trageweise zu, das Kind hat enormen Abstand zum tragenden und kann sich nicht zwischendurch mal anschmiegen.

All das haben mich nun endgültig dazu bewegt, die Kraxen nicht weiter zu vermieten, da ich einfach nicht dahinter stehe und ruhigen Gewissens meine Kunden damit losziehen lassen möchte.

Was gibt es für Alternativen?

Größere Kinder gehören definitiv auf den Rücken, wenn man tragen möchte. Und die beste alternative ist eindeutig ein Tragetuch oder eine ergonomische Tragehilfe. Sie kann leicht verstaut werden und wird nur raus geholt, wenn das Kind nicht mehr laufen kann/möchte. Ergonomisch gut angepasst, gibt sie dem Kind genug Halt im Rücken und Nacken und stützte die Beine zur Entlastung der Hüfte gut ab in der Anhock-Spreiz-Haltung.

Im Sortiment von minino findest du einige Tragetücher und Tragehilfen

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